Nachdem schon wieder einige Tage vergangen sind, wird es endlich Zeit für ein neues Review. Diesmal geht es um das Pokitto, ein leider (noch) sehr unbekanntes Handheld, welches einem Kickstarter-Projekt entsprungen ist. Obwohl ich regelmäßig das Netz auf Neuigkeiten scanne, ging diese Konsole komplett an mir vorbei. Ich bin erst durch den Youtube Kanal von “Zocker Omi” darauf gestoßen.

Der finnische Entwickler Jonne Valola war sofort zu einem kleinen Kurzinterview bereit und gibt uns einen Einblick in Grundidee seines Handhelds:

“Pokitto ist eine kleine Open-Source-Handheld-Gaming-Konsole. Es läuft auf einem Mikrocontroller (NXP LP11U68) und nutzt die Programmierumgebung mbed (www.mbed.com).

 

Die Idee von Pokitto ist es, den Leuten Programmierung und Embedded Electronics beizubringen. Sie können das Handheld in C++ und Python programmieren und Elektronik (wie Motoren, LEDs und Servos) an den Erweiterungsport der Oberseite des Pokitto anschließen.

 

Die Idee von Pokitto entstand, als der Erfinder (das bin ich, Jonne Valola) versuchte, seinem 11-jährigen Sohn die Gebäudeelektronik beizubringen. Der Aufbau von Schaltkreisen, die nur einen Piepton von sich gaben oder blinkende LEDs zeigten, war nicht sehr aufregend. Aber als wir begannen, eine eigene Spielekonsole zu bauen, war mein Sohn sofort interessiert und wir hatten viel Spaß. Aus diesem ersten Prototypen, der am Küchentisch gebaut wurde, wurde Pokitto geboren.

 

Heute werden Pokittos in 40 verschiedene Länder verschickt und wir haben eine kleine, aber sehr aktive und freundliche Gemeinschaft. Wir veranstalten Wettbewerbe in der Programmierung, teilen Informationen darüber, wie man das Beste aus Pokitto herausholen kann und haben im Allgemeinen viel Spaß daran, ein Gerät zu programmieren, das einfach und leicht zu erlernen ist.”

 

Mittlerweile sind schon massig Spiele für das kleine Pokitto erschienen. Dabei gesellen sich Ports von Klassikern anderer Systeme zu exklusiven Neuentwicklungen.

Wenn man selbst an ein Pokitto kommen möchte, fängt es mit der Wahl der Komponenten an. Ihr könnt euch die Farben eures Gerätes frei zusammenstellen. Dabei habt ihr die Möglichkeit die Vorder- und Rückseite des Gehäuses, sowie die Buttons zu wählen. So baut man von Anfang an eine kleine Beziehung zu dem Handheld auf. Ich selbst blieb etwas zurückhaltender und wählte eine mintgrüne Vorderseite plus weißer Rückseite und Buttons.

 

Auch danach ist noch nicht Schluss. Wie ihr auf den Bildern sicherlich gesehen habt, handelt es sich um ein DIY Kit zum Selbstzusammenbau. Abschrecken lassen muss man sich jedoch nicht. Das Ganze gestaltet sich kaum schwieriger als bei einem 20 Euro Lego-Set. Man muss eigentlich nur die Teile zusammenstecken. Die toll bebilderte Anleitung führt einen Schritt für Schritt zum Ziel.

Et Voila… EUER Pokitto ist fertig.

Wer im Anschluss die Homepage pokitto.com oder das Forum auf talk.pokitto.com besucht, wird in die neue Welt eingeführt. Die Community zeigte sich mir offen für neue Spielideen (z.B. Sensible Soccer, Little Computer People, Gameboy Emulator etc.).

Technisch gesehen:

  • NXP ARM Cortex-M0+ Prozessor mit 48 MHz
  • 256kB Programmspeicher
  • 36kB RAM
  • 4kB EEPROM
  • 2″ Color TFT Display  (max. 220×176)
  • 600 mAh Lithium-Polymer Batterie
  • Lautsprecher

Ich habe mittlerweile diverse Spiele testen können. Es gibt einige Umsetzungen von Games, welche man bereits auf dem PocketCHIP oder Arduboy finden konnte.

Weiterhin hat man Gameboy Spiele portiert (z.B. Prince of Persia). Die Eigenentwicklungen für das System sind teils wirklich nett und haben neue Ansätze. Sofern die Community am Ball bleibt, wird es auch zukünftig sehr interessante Releases geben. Es sind jedoch die Verbreitung und der Bekanntheitsgrad, welche noch Verbesserungspotential haben. Und hier seid ihr gefragt! 🙂

Für wen ist das Pokitto geeignet?

Nun, sollte man eine Emulatorkonsole für SNES, Neo Geo und Konsorten suchen, ist man hier definitiv falsch. Hier geht es darum ein alternatives Handheld zu testen und sich seinem Entdeckerdrang hinzugeben. Dafür muss man jedoch offen für solche Systeme sein.

Wer 50 Euro übrig hat und nicht weiß, wohin damit… Anstatt Scams wie ZX Vega Plus, Atari VCS, Seedi, Smach Z, Coleco Chameleon oder der neueste SouljaBoy Konsole zu unterstützen, sollte sein Geld lieber in etwas reelles stecken. Das Pokitto existiert, der Entwickler ist absolut freundlich und die Community ist offen. Was will man mehr?! 🙂

Informationen findet Ihr unter : https://www.pokitto.com/

Einen Videotest gibt es z.B. hier : https://youtu.be/bVL4hgDgEsM

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