Steffens DOS-Anfänge

Heute möchte ich Euch wieder einmal in meine MS-DOS-Vergangenheit mitnehmen. Diese begann 1992, als mein Cousin in den Besitz eines 286ers gekommen war. In der Folgezeit stattete ich ihm selbstredend zahlreiche Besuche ab und kam so erstmals mit „Prince of Persia“ und „World Class Leaderboard“ in Berührung. Richtig los ging es für mich aber dennoch erst 1994, nachdem ich selbst meinen 486 DX2 von „Vobis“ bekommen hatte.

Dieses Zeitzeugnis ist datiert mit August 1995. Man beachte den selbstgetöpferten Purpur-Tentakel rechts neben dem Monitor sowie die ergonomisch geformten Hocker. Meine Eltern wollten mich damit anscheinend dazu animieren, mehr Zeit draußen als am Rechner zu verbringen. (Spoiler: hat nicht funktioniert)

Ihr kennt vielleicht noch das Phänomen „langer Samstag“. Die Geschäfte hatten nur einmal im Monat samstags bis 18 Uhr geöffnet. Heute ist es völlig normal, samstags am Nachmittag noch einkaufen zu gehen, damals war es jedoch wirklich noch etwas besonderes und ich freute mich jedes Mal darauf. An solchen Tagen fuhr ich mit meinen Eltern oft ins nahe gelegene Göttingen. Mein bevorzugter Laden war der „Primus“ Supermarkt, denn dort gab es wirklich alles! Und das beste war: Bei diesen Streifzügen durch den Einkaufstempel durfte ich mir immer einen Gegenstand aussuchen. Bevor ich diesen nicht gefunden hatte, war ich nicht zufrieden. Meist gab es dann einen Comic oder ähnliches. Einmal jedoch, es muss irgendwann 1994 gewesen sein, fiel meine Entscheidung nach langem Abwägen und Überlegen in der Elektronikabteilung des Marktes auf die Budget-Version des Rollenspiels „Crystals of Arborea“. Diese abgespeckten Ausgaben wurden von der Diskettenfirma „boeder“ herausgegeben und kamen lediglich im billigen Pappschuber daher. Über das Spiel selbst wusste ich nichts, aber das Cover sprach mich irgendwie an. Enthalten waren nur eine einzelne Diskette sowie ein dünnes Heft als Anleitung.

Da meine Eltern an diesem Abend außer Haus waren, konnte mir den Zeitpunkt des zu-Bett-gehens quasi selbst aussuchen. Bis in den späten Abend hinein verlor ich mich in das Spiel und habe es auch in den Wochen danach immer wieder einmal gestartet. Leider bin ich aufgrund des (für mich seinerzeit) hohen Schwierigkeitsgrads und des zugegeben recht eintönigen Gameplays nicht besonders weit gekommen. Aber ich erinnere mich dennoch immer wieder gern an das Spiel und diese Zeit. Das Game befindet sich heute leider nicht mehr in meinem Besitz, da ich es vermutlich auf einem Flohmarkt oder bei eBay verkauft habe.

Den „Primus“ gibt es übrigens heute nicht mehr, das Gebäude wird jedoch noch als Supermarkt von „real“ genutzt. Drinnen hat sich wenig verändert, und manchmal fahre ich dort hin, einfach um ein wenig vom Hauch der Vergangenheit einzusaugen.

Über Steffen Anton

Schreibt für die awesome Return und ist wohl das einzige Barney Stinson Double in Deutschland. Befüllt nun langsam seinen Retrochannel Nerdstuff & Nostalgia und hat ein sexy Monkey Island Tattoo.

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Scopetrex – das DIY Vectrex

Spannendes Projekt für Menschen, die mit Lötkolben und BOMs (Bill of Materials - "Einkaufslisten) umgehen können und noch ein unbenutztes Oszilloskop daheim stehen haben. Denn mit etwas Zeit, Können und diesem Projekt namens "SCOPETREX" könnt Ihr Euch ein eigenes Vectrex bauen.

Ein Kommentar

  1. Ich selbst habe den Autor irgendwann nach 2000 in dem Laden beim Luft-Schnuppern (oder Stöbern?) erwischt. Er war total konzentriert und erkannte mich erst gar nicht 🙂
    Viele Grüße!

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