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Meine zehn besten Weihnachtsfilme

Die Zeit vor dem Weihnachstsfest ist für mich seit Kindheitstagen immer etwas besonderes gewesen. Etwas, auf das man sich schon Monate vorher freut. Wenn im August die ersten Lebkuchen in den Läden zu kaufen sind, dann weiß man, es dauert nicht mehr lange, dann wird es draussen kälter und die Tage werden kürzer. Auch wenn aus Sicht eines Erwachsenen der Advent eher von Streß und Terminen geprägt ist und viel zu schnell vorüber zieht, ein klein wenig des Zaubers von früher hat sich dennoch gehalten.

Das Haus wird weihnachtlich dekoriert, so wie man es von früher kannte. Und einen nicht unwesentlichen Anteil an dieser besonderen Stimmung haben für mich einige Filme, deren Anschauen im Dezember seit Jahrzehnten einfach dazu gehört. Viele von ihnen spielen in der Zeit rund um Weihnachten, wieder andere vermitteln vielleicht wegen ihrer Winterlandschaften einfach ein weihnachtliches Gefühl. Die zehn für mich wichtigsten Filme möchte ich daher nun einmal benennen, und auch die Gründe, warum sie für mich diese Bedeutung haben. Ich habe auch lange überlegt, wie genau meine Top Ten aussehen. Viele potentielle Kandidaten (Das letzte Einhorn, Monty Python’s Sinn des Lebens, Edward mit den Scherenhänden, Tanz der Vampire) mussten am Ende meinen absoluten Favoriten weichen.

 

Fröhliche Weihnachten
(A Christmas Story, USA 1983)

Anfangen möchte ich mit diesem kleinen Juwel das zu Unrecht in Deutschland nur wenigen bekannt ist. Der kleine Ralphie (Peter Billingsley) wünscht sich zu Weihachten irgendwann in den 1940er Jahren nichts sehnlicher, als ein Red Rider Luftgewehr. Seine Mutter ist jedoch anfangs gar nicht begeistert von dieser Idee, denn er könnte sich ja ein Auge ausschiessen! Schlußendlich bekommt er es aber doch noch, obwohl er nicht mehr damit gerechnet hätte. Der Festtagsbraten wird von einem Hund stibitzt, so dass die Familie am Ende des Films in einem chinesischen Lokal einkehren muss. Die Handlung klingt recht unspektakulär und ist es auch. Aber mit einer fein distanzierten Ironie wird die Geschichte aus Sicht des erwachsenen Ralphie erzählt (im deutschen übrigens mit der Stimme von Harald Juhnke) und es macht Spaß, den Jungen bei seinem Alltag vor dem Fest zu begleiten.

Ich hatte den Film irgendwann Anfang der 90er Jahre einmal an Heiligabend auf ZDF gesehen, und danach nie wieder. Das fand ich sehr schade, und allmählich begann ich zu zweifeln, dass es ihn je gegeben hatte. Als das Internet mir neue Möglichkeiten der Recherche eröffnete, fand ich den Film jedoch. Es gab ih zwar nicht auf DVD, jedoch bei Amazon Prime als Download zu kaufen. Wovon ich natürlich sofort Gebrauch machte. Seitdem schaue ich ihn traditionell jedes Jahr am Samstag vor dem 1. Advent an, während ich den Adventskranz bastele.

 

Schöne Bescherung
(National Lampoon’s Christmas Vacation, USA 1989)

Keine Liste mit Weihnachtsfilmen ohne die Griswolds! Der damals dritte Teil der Serie um die chaotische Familie mit Chevy Chase in der Hauptrolle erzählt von einer vorweihnachtlichen Odyssee inklusive Besuch der lästigen Verwandtschaft, Ärger mit dem Chef und erfolglosem Dekorieren des Wohnhauses. Das Ganze kulminiert dann in einem Einsatz eines SWAT-Teams sowie der Explosion der Kläranlage. Nie zuvor und auch nie wieder danach waren die Griswolds lustiger unterwegs, viele Sprüche aus dem Film sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Dieser Film hat sich von Jahr zu Jahr mehr und mehr zu einem Klassiker entwickelt, und gehört nicht nur für mich absolut zur Einstimmung auf das Fest dazu.

 

Kevin allein zu Haus
(Home alone, USA 1990)

Auch der Familie McCallister statten wir im Dezember gern einen Besuch ab. Der achtjährige Kevin (Macaulay Culkin) wird nach einem Streit mit seiner Mutter schlichtweg vergessen, als der Rest der Familie vor Weihnachten eine Reise nach Paris antritt. Anfangs ist der Bengel noch begeistert von den sich bietenden Freiheiten. Doch dann bekommt er es mit den Gaunern Harry und Marv zu tun, welche die Urlaubszeit dazu nutzen wollen, sämtliche Häuser in der Nachbarschaft leerzuräumen. Sie haben jedoch nicht mit dem Erfindungsreichtum von Kevin gerechnet.

Der tolle Soundtrack von John Williams sowie der comichafte Humor des Films sind zwei Zutaten zu dessen Erfolgsrezept. Und natürlich das Happy End, als Kevin seine Familie wieder in die Arme schliesst und sogar noch die Familienprobleme seines alten Nachbarn gelöst hat. Daher musste Kevin unbedingt in dieser Liste auftauchen.

 

Der kleine Lord
(Little Lord Fauntleroy, GB 1980)

Der für das britische Fernsehen 1980 gedrehte Film bietet einen Auftritt des großartigen Sir Alec Guinness, der Star-Wars-Fans natürlich als Obi Wan Kenobi bekannt ist. Guinness spielt einen griesgrämigen alten englischen Lord, dem von seinem in den USA aufgewachsenen Enkelsohn Cedric nach und nach das Herz erweicht wird. Der Film vermittelt eine warmherzige Botschaft, die natürlich perfekt in die Weihnachtszeit passt. Wird seit 1982 jährlich im deutschen Fernsehen ausgestrahlt – zu recht!

 

Gremlins
(USA 1984)

Auch ein Horrorfilm kann weihnachtliche Stimmung vermitteln, das zeigen die fiesen kleinen Gremlins von Joe Dante. Billy Peltzer (Zach Galligan) bekommt von seinem Vater ein niedliches kleines Tierchen geschenkt, einen Mogwai. Es gibt jedoch bei dessen Haltung einige wichtige Regeln zu beachten. Logisch, dass Billy es vermasselt. Es kommt, wie es kommen muss: der Mogwai vermehrt sich unkontrolliert und die neuen kleinen Tierchen verwandeln sich in fiese Monster, die nach und nach die eingeschneite Stadt übernehmen.  Humor und Horror gehen in Gremlins eine einzigartige Symbiose ein. Deshalb, und natürlich weil die Handlung rund um Weihnachten angesiedelt ist, muss der Film hier aufgeführt sein.

 

Stirb langsam
(Die Hard, USA 1988)

Bruce Willis hat mit diesem Film seinen Status als eine der Action-Ikonen der 1980er Jahre zementiert. Eigentlich wollte der New Yorker Cop John McClane nur an Heiligabend seine Frau, mit der es in letzter Zeit etwas gekriselt hatte, im Büro abholen. Der hochmoderene Wolkenkratzer wird jedoch von Terroristen gestürmt, die vom deutschen Hans Gruber (Alan Rickman) angeführt werden. Diese wissen wiederum nichts von McClanes Anwesenheit. Und so beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, in dessen Verlauf unser Held einen Gangster nach dem anderen ausschalten kann. Am Ende heißt es für Gruber: Yippie Kay Yay, Schweinebacke!

Für viele gilt: solange Hans Gruber nicht vom Nakatomi Tower gestürzt ist, ist auch nicht Weihnachten. Und recht haben sie: auch Stirb langsam hat sich seinen Platz unter den Weihnachtsklassikern redlich verdient! Und das nicht nur wegen des Lieds „Let it snow“, das während des Abspanns läuft.

 

Santa Clause
(The Santa Clause, USA 1994)

Tim Allen brilliert in dieser Komödie als unfreiwilliger Ersatz für den Weihnachtsmann, der zufällig an Heiligabend auf dessen Dach abgestürzt ist. Das ist dem knallharten Geschäftsmann anfangs gar nicht recht, denn auch visuell nähert er sich immer weiter dem dicken alten Graubart an. Das sorgt für viele witzige Momente, und auch die gefühlvolle Seite kommt nicht zu kurz. Der Film war sehr erfolgreich, daher wurden einige Nachfolger produziert. Kein Wunder, besitzt er doch alle Zutaten für einen perfekten Weihnachtsfilm.

 

Ist das Leben nicht schön?
(It’s a wonderful life, IUSA 1946)

Wenn es einen definitiven Weihnachtsfilm gibt, dann diesen! George Bailey (James Stewart), der in dem kleinen Städtchen Bedford Falls eine Bausparkasse betreibt, verliert am Weihnachtsabend den Lebensmut und will sich umbringen. Doch er hat die Rechnung ohne seinen Schutzengel Clarence gemacht. Dieser zeigt ihm auf drastische Weise, wie das Leben in der Stadt verlaufen wäre, hätte es ihn nicht gegeben.

Eine wunderschöne Geschichte hat uns Frank Capra mit diesem Streifen geschenkt. Wer sich nicht daran stört, dass es sich um einen schwarz-weiß-Film handelt, der wird mit einem zeitlosen Märchen belohnt, das garantiert zu Tränen rührt! Ich schaue ihn seit langem jährlich an Heiligabend vor der Bescherung an.

 

Verrückte Weihnachten
(Christmas with the Kranks, USA 2004)

Und wieder Tim Allen! Das Ehepaar Luther (Allen) und Nora Krank (gespielt von Jamie Lee Curtis) beschliesst, dieses Jahr kein Weihnachten zu feiern und stattdessen eine Kreuzfahrt zu machen. Warum auch, denn Tochter Blair hat angekündigt, an den Feiertagen nicht kommen zu können. Als Blair dann kurzfristig doch noch ihr Kommen ankündigt, werfen die Kranks ihre Pläne über den Haufen und wollen innerhalb kurzer Zeit doch noch ein perfektes Fest organisieren.

Der Film zieht seinen Reiz zum einen aus dem perfekten Zusammenspiel des beiden Hauptdarsteller. Zum anderen daraus, dass der Zuschauer sich in die Lage der Kranks versetzt: was hätte ich in der Situation getan? Wie sähe mein perfektes Weihnachtsfest aus? Lange habe ich überlegt, ob ich den Film in die Liste aufnehmen soll. Und habe mich dann zu seinen Gunsten entschieden.

 

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
(Tri orisky pro Popelku, CSSR, DDR 1973)

Ein klassischer Märchenfilm gehört für mich auch definitiv in die Top Ten. Und hier haben wir DEN Märchenfilm schlechthin. Die tschechischen Barrandov-Studios waren seinerzeit die erste Adresse für Filme aller Art, hauptsächlich sind jedoch die Kinderfilme der Firma in Erinnerung geblieben. Der klassische Aschenputtel-Stoff der Gebrüder Grimm wurde hier ein wenig aufgepeppt. So sehen wir Aschenbrödel durchaus selbstbewusst auftreten und sich beim Reiten und der Jagd vor der Männerwelt profilieren. Die einzigartigen Landschaftsaufnahmen sowie die traumhaft schöne Titelmelodie sorgen dafür, dass man den Film immer wieder anschauen will. Zumindest in der Weihnachtszeit!

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Über Steffen Anton

Schreibt für die awesome Return und ist wohl das einzige Barney Stinson Double in Deutschland. Befüllt nun langsam seinen Retrochannel Nerdstuff & Nostalgia und hat ein sexy Monkey Island Tattoo.

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30 Jahre später – mein erstes Mal im Westen

Das erste Jahrzehnt meines Lebens war für mich eine sehr spannende Zeit. Zum einen war diese Phase für mich als Kind in der DDR geprägt von Begriffen wie Altstoffsammlung und Pioniernachmittag, zum anderen aber von der Sehnsucht, endlich mal in den "Westen" fahren zu dürfen. Diesen kannte ich nur aus dem Fernsehen und von Erzählungen meiner Eltern und Großeltern. Und natürlich aus glänzenden Katalogen sowie dem Intershop. So wie dort musste es im Westen sicher überall riechen. Dachte ich damals zumindest.

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