Warum ich Star Wars seit meiner Kindheit liebe, und warum Episode VIII da irgendwie nicht hinein passt.

Achtung: dies ist ein langer Text. Er handelt von meiner Kindheit und enthält Spoiler. Wer also keine Lust auf nostalgisches Gesabbel hat und nicht gespoilert werden will, der höre bitte jetzt auf mit Lesen!

Ich erwähne immer gern, dass ich in der ehemaligen DDR geboren wurde. Warum ich das tue? Weil diese Kindheitsjahre einen großen Einfluss darauf hatten, was ich heute mache und wer ich bin. Ich bin ein Nerd, und zwar aus vollster Überzeugung. Und das nicht erst, seit dieser Zustand durch eine Serie namens „The Big Bang Theory“ gesellschaftsfähig geworden ist. Nein, ich habe mich schon während meiner Schulzeit für diesen damals sehr steinigen Weg entschieden. Dazu muss man wissen, dass Spider-Man, Star Trek und Herr der Rínge damals nicht gerade als der Gipfel der Coolheit galten und mein Freundeskreis auf dem Schulhof immer eher belächelt wurde. Und ja, ich wurde beim Sport regelmäßig als letzter in die Mannschaft gewählt. Aber das soll heute nicht das Thema sein.

Seit einigen Tagen läuft „Star Wars: Episode VIII“ in den Kinos. Und wie sich das für einen echten Fan gehört, habe ich mich natürlich gleich am Premierentag in das Filmtheater meiner Wahl begeben, um mir die triumphale Rückkehr Luke Skywalkers anzuschauen, auf die ich so lange gewartet hatte. Zum Thema Steffen und Star Wars muss ich wieder ein wenig ausholen und erneut den Bogen zu meiner Kindheit schlagen. Wie vielleicht allgemein bekannt ist, konnte man in der DDR kein Privatfernsehen empfangen. Videotheken glänzen ebenfalls durch Abwesenheit, ja und in den wenigen Kinos liefen irgendwie auch nicht alle Filme, die man vielleicht gern gesehen hätte. Und so war meiner einer auf das Programm von ARD und ZDF anggewiesen. Dass auch das von der Obrigkeit nicht gern gesehen wurde (Westfernsehen ist böse!), war einerlei, die Antenne in Richtung des gelobten Landes war geschickt unter dem Dach versteckt. Warum ich all dies erzähle? Man mag es kaum glauben: ich habe Space Balls gesehen, lange bevor ich Star Wars kennenlernen durfte! Den der erstgenannte Film wurde irgendwann 1988 von einem der öffentlich-rechtlichen Sender ausgestrahlt. Ich kannte also Lord Helmchen, bevor ich Darth Vader begegnete, und die Macht war für mich damals immer der Saft.

Dann kam irgendwann die Wende, und nachdem mein Bruder sich dankenswerter Weise einen Videorekorder angeschafft hatte, galt mein wöchentlicher Gang der Videothek im Nachbarort. Erstmal alle Teile von Police Academy ausleihen, Terminator, und den einen oder anderen Horrorfilm. Star Wars war jedoch noch immer nicht in Sicht. Warum? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Mein nächster Berührungspunkt mit der Saga war dann auch das Spiel „Tie Fighter“, in dem ich erstmals den Midi-Klängen des „Imperial March“ lauschen durfte. Dann kaufte ich mir irgendwann die Bücher zu den Filmen. Und eines Tages, ich erinnere mich noch lebhaft daran, denn es war Ostern im Jahr 1994, lief die Trilogie auf Pro7 (ja, wir hatten dann auch irgendwann Privatfernsehen, welch eine berauschende Erfahrung). Natürlich in der „alten“ Fassung, die Special Edition war noch lange nicht in Sicht. Erstmals durfte ich nun Luke und Leia auf hrer Reise in einer weit entfernten Galaxie begleiten – und war auf Anhieb verliebt. Obwohl ich sagen muss, dass Spaceballs mich in dieser Hinsicht schon ein wenig „versaut“ hat, mir kam anfang der Helm von Darth Vader immer ein wenig zu klein vor… woran das wohl liegt?

Mein weiterer „Werdegang“ im Bezug auf den Krieg der Sterne beinhaltete natürlich diverse Bücher. Comics, Computerspiele und immer wieder das Anschauen der Filme. Dabei muss ich sagen, dass mein Favorit nicht „Das Imperium schlägt zurück“ ist, sondern „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Ja, ich mag die Ewoks! Das musste mal gesagt werden.

Die Mitte der 1990er Jahre und der damit verbundene Beginn des Multimedia-Zeitalters brachte dann für mich eine gravierende Neuerung. Erstmals war es nun auf einem PC möglich, Filmszenen aus Star Wars sowie den originalen Soundtrack zu erleben. Dies wurde dank der Spiele Rebel Assault und Rebel Assault 2 ermöglicht. Letzteres bot dem Spieler sogar neu gedrehte Szenen mit Schauspielern in den Filmkostümen. Das kam einer fimischen Fortsetzung schon sehr nahe und ließ das Herz des Fans in mir höher schlagen.

Als die Prequles dann in die Kinos kamen, waren meine Vorfreude und Begeisterung kaum in Worte zu fassen. Und wie viele war ich enttäuscht, zumindest von Episode I.

Hier ein kleiner Auszug aus einer Kritik, die ich seinerzeit zum Film verfasst habe. Ich glaube, sie drückt alles wichtige dazu passend aus.

„Leider muß man den Kritikern in vielen Punkten recht geben. Einmal angefangen damit, dass man sich von der Vorgeschichte zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Filme aller Zeiten einfach etwas anderes erhofft hatte. Die simple Story strotzt nur so vor Humbug, sei es nun die „unbefleckte Empfängnis“ von Anakins Mutter, oder die Erklärung der Macht in Form von „Midichlorianern“. Auch die sich anbahnende Lovestory zwischen einem neunjährigen Jungen und einer jungen Frau will man den Machern nicht so richtig abnehmen. Die Figur des Darth Maul taugt zudem nicht ansatzweise als ernstzunehmender Bösewicht, wie es einst Darth Vader gewesen ist, und ja auch wieder sein wird. Man bekommt einfach zu wenig Informationen über den Sith Lord, und so schnell, wie er eingeführt wird, verschwindet er auch wieder von der Bildfläche. Bleibt noch der allseits verhasste und eingangs bereits erwähnte Jar Jar Binks. Warum George Lucas dieses dümmliche und nervtötende Plappermaul eingeführt hat, weiß wohl nur er selbst.

Trotz aller Kritikpunkte handelt es sich jedoch immer noch um einen Star Wars Film, und man kann ihm ein gewisses Flair, eine Reminiszenz an gute alte Zeiten nicht absprechen. Wenn die einleitenden Worte „Es war einmal vor langer Zeit…“ auf der Leinwand erscheinen, und bald darauf die vertrauten Fanfarenklänge ertönen, dann fühlt man sich einfach wie zu Hause, und eine leichte Gänsehaut macht sich breit.

„Star Wars Episode I“ hat es innerhalb der Reihe nicht leicht. Mit einem neunjährigen Anakin Skywalker wirkt er manchmal eher wie ein Kinderfilm, und hat dafür einiges an Kritk einstecken müssen. Aber wenn nun einmal die Entstehungsgeschichte von Darth Vader beleuchtet werden soll, dann muss eben von vorne angefangen werden. Lässt man einmal die stellenweise etwas hanebüchene Geschichte außen vor, und ignoriert einige überflüssige Elemente der Handlung, dann wird man für zwei Stunden durchaus gut unterhalten. Und zum Glück wird ja im nächsten Film alles (noch) besser!“

Und es wurde tatsächlich besser. Vor allem Episode III sticht für mich hier heraus. Hayden Christensen liefert eine sehr überzeugende Performance als Anakin ab, der unaufhaltsam zur dunklen Seite driftet. Und über Ewan MacGregor als Obi Wan braucht man keine weiteren Worte verlieren, glaube ich.

George Lucas hat mit diesem Film vieles wieder gut gemacht. Natürlich strotzt auch er so vor CGI-Effekten, aber vor allem gegen Ende des Streifens ist eine Änderung des Designs hin zu dem aus der ersten Trilogie erkennbar. Und spätestens als sich Vader zum ersten Mal in seiner Rüstung erhebt, kann man sich eines wohligen Schauers nicht erwehren.

Das war 2005. George Lucas hatte nach Fertigstellung des Films unmissverständlich deutlich gemacht, dass es keine weitere Trilogie geben würde, wie ursprüglich einmal geplant gewesen war. An Neuem gab es nur wenig, lässt man einmal die animierte Serie ,,Clone Wars“ außen vor. Wie es mit Luke und Leia weitergehen würde? Das konnten einem nur literarische Werke wie die famose ,,Thrawn-Trilogie“ beantworten, die von Timothy Zahn in den 1990er Jahren geschrieben und viele Jahre später in genialer Form als deutsches Hörspiel umgesetzt wurde. Jedoch war das mit den Romanen immer so eine Sache. Nie wusste man mit Bestimmtheit, ob sie zum offiziellen Kanon
der Filme gehören.

lm Jahr 2012 kam dann Bewegung in die Sache. George Lucas verkaufte nämlich sein Baby mit allem was dazu gehört an den Disney-Konzern – und plötzlich sollte es wieder neue Filme geben! Und diese sollten sogar die Geschichte unserer alten und lieb gewonnenen Helden weiter erzählen. Dabei wurden sämtliche bisher erschienenen Romane und Comics jedoch außer Acht gelassen und offiziell aus dem Kanon gestrichen. Regisseur J.J. Abrams, der einige Zeit zuvor schon das Star-Trek-Franchise aus dem Dornröschenschlaf erweckt hatte, sollte das Ruder übernehmen. Meine Begeisterung kannte keine Grenzen, als ich den ersten Trailer zu Gesicht bekam – Han Solo und Chewie wie in alten Zeiten im Cockpit des Millennium-Falken!

Mein Fazit nach dem Anschauen des Films war recht wohlwollend. Natürlich hatten mir einige Details nicht gefallen. Wieder gibt es ein böses Imperium, welches nun ,,Die Erste Ordnung“ heißt und durch eine Art Rebellion bekämpft wird. Wieder gibt es am Anfang einen Wüstenplaneten. Und erneut wird am Ende eine Art Todesstern vernichtet. J.J. Abrams wollte offensichtlich so wenig wie möglich falsch machen und gab daher dem Publikum das, wonach es verlangte. Aber die insgesamte Stimmung hatte doch gepasst. Die alten Recken hatten alle ihre Szenen bekommen. Neue Helden wurden glaubhaft eingeführt. Das Feeling war zweifellos da. Der tragische Tod von Han Solo durch die Hand seines eigenen Sohnes Ben alias Kylo Ren am Ende war natürlich ein Wermutstropfen, aber er ließ die Spannung auf die Fortsetzung nur umso größer werden. Der MacGuffin des Films, also das Ziel der Suche von Gut und Böse, ist der Aufenthaltsort von Luke Skywalker. Folgerichtig zeigt uns die letzte Szene dann auch das erfolgreiche Ergebnis dieser Suche und die Übergabe seines alten Lichtschwerts an ihn durch die junge und machtbegabte Rey. Was würde nun in Episode VIII alles passieren? Sicherlich ein ausführliches Jedi-Training für Rey. Und die Rückkehr von Luke an die Seite seiner Schwester Leia, die Anführerin des Widerstands. Die erste Ordnung musste ja nun durch den Verlust ihrer Kampfstation erheblich geschwächt sein. Und was hatte es mit dem geheimnisvollen Supreme Leader Snoke auf sich? Auf die Beantwortung dieser Fragen würden ich und zahlreiche Fans weltweit zwei Jahre warten müssen.

Mit ,,Rogue One: A Star Wars Story” stand nämlich für das nächste Jahr nun erst einmal der erste der sogenannten ,,Anthology-Filme“ in den Startlöchern. Diese sollen Geschichten abseits der großen Saga erzählen und für Disney natürlich zusätzliches Geld in die Kassen spülen. Der Film schließt die Lücke zwischen Episode III und Episode IV und erzählt die Geschichte der Rebellen, welche die Pläne für den Todesstern erbeutet haben. Sehr schön wird hier ein Mittelweg zwischen Altem und Neuem gegangen, die Charakterzeichnung ist stimmig, das Star-Wars-Feeling ist auf jeden Fall vorhanden. Sogar die Wiederbelebung von Peter Cushing alias Grandmoff Tarkin per CGI ist erstaunlich gut und überzeugend gelungen, was für mich einen zusätzlichen Brückenschlag bedeutet. Aber um Rogue One soll es heute gar nicht gehen, sondern um die sehnsüchtig erwartete Episode VIII.

lch will bei meiner Kritik oder meinen Anmerkungen mehrere Punkte besprechen, vor allem im Hinblick auf die in Episode VII geweckten Erwartungen. Dabei gehe ich nicht noch einmal explizit auf die Handlung ein, sondern setze voraus, dass der Leser den Film ebenfalls gesehen hat.

Luke Skywalker: im Ernst? Man verbringt den kompletten letzten Film damit, nach Luke zu suchen, da dieser die letzte Hoffnung des Widerstands sein soll. (Was mich eigentlich im Hinblick auf Episode VII sowieso wundert: nach dem Tod des lmperators lag das lmperium am Boden, alles sah danach aus, dass man die Republik wieder aufbauen und den Orden der Jedi neu erschaffen würde. Und nun, 30 Jahre später, ist alles wieder beim Alten? Woher hatte die Erste Ordnung die Ressourcen, um ihre Kriegsmaschinerie wieder aufzubauen? Und warum ist Luke so kolossal gescheitert? Nur wegen einer einzigen Person in Form von Kylo Ren? Warum hat er Leia nicht zur Jedi ausgebildet, wo sie doch machtbegabt war? Aber ich schweife ab.) Also noch einmal: ein ganzer Film ist auf die Suche nach einem Heilsbringer ausgerichtet, und als man diesen endlich gefunden hat, stellt sich dieser als desillusionierter, milchtrinkender Sturkopf heraus? Und als er dann endlich einverstanden ist, Rey zu trainieren, worin besteht dann das Training? Was genau hat er ihr beigebracht? Oder wollte man das einfach nicht zeigen, weil die Zuschauer von den Szenen Luke/Yoda ja sowieso schon wissen, woraus ein Jedi-Training besteht?

Apropos Yoda: es ist zugegeben ein netter Einfall gewesen, ihm einen Gastauftritt zu geben. Er scheint sogar als Puppe animiert zu sein und wird im Original wieder von Frank Oz gesprochen. Aber hat er plötzlich Grammatik gelernt? Die Hälfte seines Textes redet er nämlich in völlig normaler, unverdrehter Sprache. Das ist nicht der Yoda, den ich kenne und seit meiner Jugend liebe.

Aber wieder zu Luke: in einer Rückblende sieht man, wie eine jüngere Version von ihm versucht, Kylo Ren im Schlaf zu töten. Beziehungsweise dies in Erwägung zieht, es aber dann doch nicht über sein Herz bringt. Was mir an dieser Szene gefällt, ist der jüngere Look, der Luke hier verpasst wurde. Aber Luke Skywalker, der Jedi-Meister, der die Macht ins Gleichgewicht gebracht und seinen Vater gerettet hat, würde nie, nie, nie versuchen, seinen Neffen im Schlaf umzubringen. Oder auch nur ansatzweise daran denken. Dies mit „Charaktere verändern sich im Laufe der Zeit“ zu erklären, ist mir nicht ansatzweise ausreichend.

Dann etwas, das in Fankreisen schon spöttisch den Namen „ForceTime“ bekommen hat: die Möglichkeit, anderen als ,,Machthologramm“ zu erscheinen. Abgesehen davon, dass es in den bisher erschienenen acht Filmen nie auch nur ansatzweise erwähnt wurde, plötzlich aber einfach zu funktionieren scheint: Die Szene am Ende, als Luke gegen eine ganze Armee von Walkern zu bestehen scheint ohne auch nur einen Kratzer abzubekommen, inklusive anschließendem ,,Duell” gegen Kylo Ren, wirkt komplett deplatziert und lächerlich. Alles, worauf die Fans gewartet haben, ist, dass Luke dem Rotzlöffel Kylo wenigstens von Mann zu Mann die Stirn bietet und ihn in seine Schranken weist. Aber solch ein mächtiger Jedimeister scheint der alte Skywalker dann wohl doch nicht zu sein, und war es wohl auch nie. Will uns Rian Johnson weismachen. Auch ein Verrat an dem, was Star Wars bisher für mich ausgemacht hat.

Durch den „Hologramm-Betrug“, wie ich ihn nenne, verliert auch die vermeintliche Wiedervereinigung zwischen Luke und Leia massiv an Kraft, da sie ja nicht gemeinsam körperlich anwesend sind. Das ist umso tragischer, da Carrie Fisher kurz nach Ende der Dreharbeiten verstorben ist. Rian Johnson hat mit dieser hanebüchenen Storywendung (auch mit dem dann folgenden aufopferungsvollen Tod Lukes) jede Möglichkeit auf eine ,,richtige“ Wiedervereinigung zunichte gemacht.

Und schon sind wir bei der nächsten Person: Leia. An ihr gibt es vergleichsweise weniger zu meckern, da sie auch kaum Szenen hat. Warum dies so ist, und man stattdessen Laura Dern eingeführt hat, weiß wohl nur Rian Johnson selbst. Aber eine Sequenz muss ich doch erwähnen, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist: Leia, die nach einer Explosion in den Weltraum hinausgeschleudert wurde, manövriert sich mit Hilfe der Macht zurück in Sicherheit. Star Wars hatte schon immer auch trashig angehauchte Szenen, man denke nur an den Droiden, der mit einem Brandeisen ,,gefoltert“ wurde. Aber hier wurde für mich der Begriff Fremdschämen neu definiert.

Kommen wir nun zu einer der rätselhaftesten Figuren von Episode VII: Supreme Leader Snoke. Dass er von J.J. Abrams als eine Art Ersatzimperator kreiert wurde — geschenkt. Was mich immer nur gestört hat, war, dass er aufgrund seiner computeranimierten Machart und wohl auch weil er von Andy Serkis ,,gespielt“ wurde, immer irgendwie an Figuren aus Herr der Ringe erinnert hat. Aber wie dem auch sei, zumindest war er geheimnisvoll genug, dass die Fans mehr wissen wollten und schon die krudesten Theorien hierzu aufgestellt haben. All dies spieIt nun jedoch keine Rolle mehr, denn Rian Johnson hat Snoke kurzerhand sterben lassen. Genauso wie die Suche nach Luke war Snoke ein zentrales Thema im Vorgängerfilm, welches lange und ausführlich zelebriert wurde. Aber hier wie da hat man den Eindruck, dass Johnson keine Lust mehr hatte auf das, was J.J. Abrams erschaffen hat und lieber seine eigenen Wege gehen wollte. Das ist in meinen Augen ein generelles Problem, an dem die neue Trilogie „krankt“, die fehlende Kontinuität im Storytelling. Die ersten sechs Filme wurden immerhin von einer einzigen Person erdacht. Nichts erfährt man zum Hintergrund und zur Herkunft von Snoke. Warum er plötzlich anscheinend einfach da war und es geschafft hat, die neue Republik so ins Wanken zu bringen und letztlich zu stürzen. Natürlich könnte man entgegenhalten, dass man bei Episode V und VI auch nichts vom lmperator wusste und er dann auch ,,einfach getötet“ wurde. Aber letztlich wurde doch in den Prequels seine Geschichte dann ausgiebig beleuchtet und erklärt. Wird es jetzt etwa auch noch einmal Prequels geben, die diese Aufgabe übernehmen? Oder wird dies alles in Episode IX erklärt? Oder einfach ignoriert? Snokes Tod ist zudem dessen, was er wohl darstellen sollte, mehr als unwürdig. Einfach mal so durch ein unbeaufsichtigtes Lichtschwert aufgespießt? Da muss Kylo Ren aber schon sehr mächtig sein. Snoke vernichtet, Luke Skywalker besiegt. Wobei, gegen Rey hat er ja in Episode VII dann doch ganz schön was abbekommen, obwohl die ja bis dahin kein Training hatte. Hatte sie in Episode VIII ja aber auch nicht. Also was denn nun? Ihr seht, mir kommt das alles mehr als hanebüchen vor.

Das sind meine hauptsächlichen Kritikpunkte. lm Internet kursieren noch wesentlich umfangreichere Verrisse, mit weiteren Aspekten. Aber mich stört es ehrlich gesagt wenig, dass Reys Herkunft so vergleichsweise unspektakulär erklärt wurde. Ebenso wenig stört mich der Logikfehler mit den Bomben am Anfang, die ja aufgrund fehlender Gravitation eigentlich gar nicht nach unten fallen können. Und auch die Tatsache, dass die Rahmengeschichte des Films (Schiffe fliehen vor der Ersten Ordnung während ihnen der Sprit ausgeht) doch recht simpel und anspruchslos ist, macht mir nichts aus. Immerhin war der Krieg der Sterne nie Shakespeare. Es sind hauptsächlich die von einigen so gefeierten plötzlichen Wendungen und ach so intelligenten Kniffe, die von Johnson eingebaut wurden, die mir das Star-Wars-Erlebnis verderben. Vielleicht ändert sich das nach mehrmaligem Anschauen das Films. Denn erinnern wir uns: Episode I ist wahrlich kein Meisterwerk, gehört mittlerweile aber auch irgendwie auch dazu. Aber ich kann es mir momentan nicht vorstellen. Ich bin nach wie vor sehr gespannt auf den Abschluss der Saga, der im Jahr 2019 in die Kinos kommt und bei dem wieder J.J. Abrams am Ruder sitzen wird. Aber es sind doch gemischte Gefühle, die diese Spannung trüben.

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Schreibt für die awesome Return und ist wohl das einzige Barney Stinson Double in Deutschland. Befüllt nun langsam seinen Retrochannel Nerdstuff & Nostalgia und hat ein sexy Monkey Island Tattoo.

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