Gefüllt und rund: Steffens Kirschbomben

Heute möchte ich Euch etwas über Weihnachten erzählen. Ich weiß, es ist noch ein paar Tage hin, aber die kulinarischen Vorboten sind überall schon in den Geschäften zu finden. In der DDR gab es natürlich auch Lebkuchen zu kaufen. Manche Sorten waren jedoch nur in speziellen Feinkostläden erhältlich. So auch die von mir heiß geliebten „Gefüllten Runden“. Das waren einzeln verpackte, mit Zartbitterschokolade überzogene und mit Fruchtgelee gefüllte Lebkuchen. Wie so viele Dinge verschwanden sie aus meinem Leben, sobald die Grenzen geöffnet waren. Vom Westen kam zwar eine riesige Auswahl an vorweihnachtlichen Leckereien herübergeschwappt, aber die „gefüllten Runden“ habe ich nie wieder gesehen.

Foto: Steffen Anton
Foto: Steffen Anton

In den 1990er Jahren entdeckte ich jedoch etwas, das dem zumindest nahe kam: die „Kirschbomben“. Jeweils sechs große Schokolebkuchen mit Füllung in einer Packung. Diese gehörten fortan für mich fest zur Adventszeit dazu. Irgendwann passierte es jedoch erneut: es gab keine Kirschbomben mehr zu kaufen. Anscheinend hatte der Hersteller sie aus dem Sortiment genommen. Und mir ein Stück Kindheitserinnerung genommen.

Vor einigen Jahren dann blätterte ich an einem Herbsttag zufällig einen Prospekt von „Thomas Philips“ durch, und was sah ich? „Schoko-Kirsch Lebkuchen“. Das martialische Wort „Bomben“ fehlte zwar, aber es schien sich augenscheinlich um das gleiche Produkt zu handeln. Logischerweise führte mich mein nächster Weg in den Ramschladen, und tatsächlich: Es gab sie zu kaufen! Und seitdem gehört es jedes Jahr Anfang Oktober für mich dazu, mich dort mit einem Vorrat an diesen Leckereien einzudecken. Seltsamerweise gibt es die Lebkuchen nur in diesem einen Laden. Aber wie dem auch sei: ich habe sie wieder, meine „Kirschbomben“! Und damit ein Stück meiner Kindheit.

Was die „gefüllten Runden“ betrifft, diese scheinen jedoch für immer von der Bildfläche verschwunden zu sein. Sämtliche Versuche der Recherche über den damaligen Hersteller gingen ins Leere. Überhaupt scheine ich der Einzige zu sein, der sich noch daran erinnert. Falls da draußen jemand sein sollte, bei dem sie in 80ern ebenfalls auf dem vorweihnachtlichen Speiseplan standen, ich freue mich über jede Meldung.

In diesem Sinne: schönen Herbst allerseits und jetzt schon einmal frohe Weihnachten!

Über Steffen Anton

Schreibt für die awesome Return und ist wohl das einzige Barney Stinson Double in Deutschland. Befüllt nun langsam seinen Retrochannel Nerdstuff & Nostalgia und hat ein sexy Monkey Island Tattoo.

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C64 und Papiercomputer

Steffens erste Begegnung mit einem C64 und Videospielen generell.

4 Kommentare

  1. Hallo Steffen,

    seit ca einem Jahr lese ich hier auf deinem Blog.
    Mit besonderer Freude die Berichte zu den verschiedenen Themen aus deinen Kindheit zu DDR-Zeiten.

    Auch wenn ich über zehn Jahre älter, und in Norddeutschland (West-Germany) aufgewachsen bin,
    lese ich von solchen Kindheitserinnerungen sehr gerne.

    Zu diesem Thema hier kann ich jetzt wohl etwas beitragen 😉

    Ich kann mich schwach an ein paar Weihnachtspakete aus der „Ostzone“ von unserer damals älteren Verwandschaft erinnern, in denen einzeln verpackte Lebkuchen mit leckerer Fruchtfüllung mitgeschickt
    wurden !!!

    Da diese Verwandten schon vor langer Zeit verstorben sind, kann ich an der Stelle leider nicht mehr nachfragen.

    Ich habe aber wahrscheinlich vor einiger Zeit ein Bild deiner Kirschbomben entdeckt.
    Werde ich noch recherchieren. Bekommst dann eine E-Mail von mir.

    Das ist schon ein interessanter Zufall. Du stellst heute den Beitrag online, und ich schaue quasi direkt danach auf deinen Blog, obwohl ich eigentlich in Zeitnot bin, da ich gleich für ein paar Tage in die Pampa abhaue.

    Einen triftigen Grund hatte ich eigentlich nicht deinen Blog heute zu besuchen…

    Die Stieffenhofer Schoko-Kirsch Lebkuchen, mit denen Du dich alljährlich im Oktober eindeckst, kannst Du übrigens in diversen Online-Shops bestellen. Kosten durch die Bank weg 1,59 EUR pro Packung.
    Nur für den Fall dass Du in dem Ramschladen mal leer ausgehen solltest.

    Beste Grüße
    Ingmar

    • Hallo Ingmar,

      mit Freude habe ich Deinen Kommentar gelesen. Es ist schön, wenn ich sehe, dass sich jemand für meine ganz persönlichen Erinnerungen interessiert.
      Das was Du beschreibst, klingt in der Tat nach meinen gefüllten Runden. Falls Du hierzu etwas in Erfahrung bringen kannst, wäre ich Dir dankbar.

      Gruß
      Steffen

  2. hmm, irgendwie wurde mein kommentar gestern wohl nicht angenommen. Also nochmal.

    Hallo Steffen,

    seit ca einem Jahr lese ich hier auf deinem Blog.
    Mit besonderer Freude die Berichte zu den verschiedenen Themen aus deinen Kindheit zu DDR-Zeiten.

    Auch wenn ich über zehn Jahre älter, und in Norddeutschland des Westens aufgewachsen bin, lese ich von solchen Kindheitserinnerungen sehr gerne.

    Zu diesem Thema hier kann ich jetzt wohl etwas beitragen 😉

    Ich kann mich schwach an ein paar Weihnachtspakete aus der „Ostzone“ von unserer damals älteren Verwandschaft erinnern, in denen einzeln verpackte Lebkuchen mit leckerer Fruchtfüllung mitgeschickt wurden !!!

    Zumindest kannte ich das so von hier nicht.

    Da diese Verwandten schon vor langer Zeit verstorben sind, kann ich an der Stelle
    leider nicht mehr nachfragen.

    Ich habe aber wahrscheinlich vor einiger Zeit ein Bild deiner Kirschbomben entdeckt.
    Werde ich noch recherchieren. Bekommst dann eine E-Mail von mir.

    Das ist schon ein interessanter Zufall. Du stellst heute den Beitrag online, und ich schaue quasi direkt danach auf deinen Blog, obwohl ich eigentlich in Zeitnot bin, da ich gleich für ein paar Tage in die Pampa abhaue.

    Einen triftigen Grund hatte ich eigentlich nicht deinen Blog heute zu besuchen…

    Die Stieffenhofer Schoko-Kirsch Lebkuchen, mit denen Du dich alljährlich im Oktober eindeckst, kannst Du übrigens in diversen Online-Shops bestellen. Kosten durch die Bank weg 1,59 EUR pro Packung. Nur für den Fall dass Du in dem Ramschladen mal leer ausgehen solltest.

    Gruß
    Ingmar

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