Foto: Koch Media GmbH / Zwiebel-Jack räumt auf

Ein Terence-Hill-Film, der gar keiner ist!

Kürzlich habe ich mir wieder einmal einen Klassiker angeschaut: „Zwiebel-Jack räumt auf“ (Cipolla Colt) aus dem Jahr 1975. Das Werk von Enzo G. Castellari sieht sich durchaus in der Tradition der damals beliebten Spencer/Hill-Filme, besticht jedoch durch einen, fast schon ins surrealistisch-absurde überzogenen, Slapstick-Humor.

Ich habe den Film irgendwann um 1989 zum ersten Mal gesehen und mir nun die Blu-ray besorgt. Manchmal ist es ja so, dass das erneute Anschauen nach langer Zeit zur Enttäuschung wird. Ich wurde jedoch erneut köstlich unterhalten und habe viele Details entdeckt, die ich als Kind noch nicht einzuordnen wusste.

Der Oberbösewicht Petrus Lamb zum Beispiel hat eine mechanische Hand aus Metall sowie einen Diener namens Adolf, welcher einer gewissen historischen Figur durchaus ähnlich sieht. Irgendwann durchbricht der Gangsterboss dann die vierte Wand und teilt dem Zuschauer mit, dass er große Bedenken hinsichtlich seines Assistenten habe. In einer anderen Szene wird ein Indianer erschossen und während er umfällt, wird er direkt automatisch begraben. Dies wird erreicht, indem die Sequenz rückwärts abläuft.

Als Zwiebel-Jack mit seinem Karren in die Stadt kommt, stürzt ein (offensichtlich und sicherlich beabsichtigt als solcher zu erkennender mechanischer) Vogel ab, weil er durch den Geruch der Zwiebeln betäubt ist. Es gibt mehrere Highspeed-Sequenzen, die sich an der „Klamottenkiste“ oder Benny Hill orientieren. Unter anderem eine Verfolgungsjagd, während der Zwiebel-Jack mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Er fährt in ein umgekipptes Fass hinein, um aus einem andern auf einem Pony reitend wieder herauszukommen. Irgendwann werden drei Ratten mit Hüten eingeblendet. Und der Sheriff trägt Damenunterwäsche. Dies sind nur einige der Absurditäten, welche der Film bietet.

Foto: Koch Media GmbH / Zwiebel-Jack räumt auf

Mit dem als „Django“ berühmt gewordenen Franco Nero wurde ein Darsteller engagiert, welcher mit seinen blauen Augen und durch sein Spiel stark in Richtung Terence Hill geht. Auch die deutsche Synchronisation von Rainer Brandt sowie der tolle Soundtrack von Maurizio und Guido De Angelis vermitteln viel vom typischen Flair der damaligen Spaßwestern. Aber wie gesagt, der Humor geht noch ein ganzes Stück weiter. Zu Unrecht wurde der Film in der Reihe „SchleFaZ“ von Oliver Kalkofe gezeigt.

Mein Fazit lautet daher: Unbedingt anschauen!

Über Steffen Anton

Schreibt für die awesome Return und ist wohl das einzige Barney Stinson Double in Deutschland. Befüllt nun langsam seinen Retrochannel Nerdstuff & Nostalgia und hat ein sexy Monkey Island Tattoo.

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