24 Filme und Serien meiner Kindheit – ein Adventskalender

Ich hatte dieses Jahr auf meiner Facebook-Seite „Nerdstuff and Nostalgia“ die Idee, an jedem Tag des Advents einen Film oder eine Serie aus meiner Kindheit vorstellen, welche mir auf irgendeine Weise nachhaltig im Gedächtnis blieb. Da nun alle 24 „Türchen“ geöffnet wurden, habe ich einmal alle Texte zusammengefasst. Und wo könnten sie besser aufgehoben sein, als hier auf dieser Plattform?

Vielleicht noch ein paar Worte zu den „Spielregeln“: Es werden ausschließlich Filme vorgestellt, die ich bis spätestens 1989/1990 gesehen habe. Somit sind die großen Namen wie Star Wars, Ghostbusters oder Indiana Jones raus.

 

Trapper, Wolf und Fährtensucher (Challenge to be free) 1974

Heute am 01.12. beginnt nun mein kleiner filmischer Adventskalender. Als erstes möchte ich Euch „Trapper, Wolf und Fährtensucher“ vorstellen. Er präsentiert eine an Jack London erinnernde Geschichte von einem Trapper, der mehr oder weniger zu unrecht von Gesetzeshütern durch die Wildnis gejagt wird. Neben seinen fantastischen Naturaufnahmen hat er einen einprägsamen Titelsong und ein recht trauriges Ende das mich als Kind noch lange beschäftigt hat. Ich habe den Film genau einmal gesehen, und zwar am 01.04.1988 im ZDF. Zumindest war das laut Filmdienst der Termin der Erstausstrahlung. Ich war an diesem Tag bei meiner Oma zu Besuch, da durfte ich immer etwas mehr fernsehen. Auf Amazon Prime kann der Film gestreamt werden.

 

Starflight One – Irrflug ins All (Starflight: The Plane that couldn’t land) 1983

Am heutigen zweiten Dezember heben wir ab – in Richtung Weltraum. „Starflight One – Irrflug ins All“ lief 1987 auf ARD. Ein neu entwickeltes Flugzeug gerät aufgrund eines Zwischenfalls unfreiwillig in die Zone außerhalb der Erdatmosphäre und somit in die Schwerelosigkeit. Die Mischung aus Katastrophenfilm und Science Fiction wartete mit „Colt Seavers“ Lee Majors in der Rolle des Flugkapitäns auf. Allein das war schon ein Grund für mein kindliches Ich, den Film zu lieben. In Erinnerung blieb mir vor allem die dramatische Szene, in der ein „Rettungsschlauch“ voller Menschen explodiert. Ich habe leider keinen Anbieter gefunden, bei dem der Film angeschaut werden kann, er ist aber auf DVD erhältlich.

 

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (Journey to the Center of the Earth) 1959

 Am 01.08.1987 lief im ZDF „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Es war ein Samstag Abend, und meine Eltern waren bei Bekannten. Ich hatte also das Wohnzimmer für mich allein. Als der Film vorbei war, traute ich mich fast nicht, den dunklen Flur zu betreten. Dort hätte ja ein Dimetrodon lauern können!

Der Streifen basiert auf einer Vorlage von Jules Verne. Trotz zahlreicher darauf folgender Neuverfilmungen des Buches wurde nie wieder diese Qualität erreicht. Die Sets waren fantasievoll eingerichtet und die Spezialeffekte simpel, aber effektiv. So wurden zum Beispiel für die oben erwähnten Dimetrodone normale Eidechsen verwendet, denen man eine Art Knochenplatte auf dem Rücken befestigte.

Die Vorstellung von Expeditionen zu unentdeckten geheimnisvollen Bereichen der Erde die auf Hinweisen basieren, welche in Artefakten oder ähnlichem versteckt sind, faszinierte mich. Und tut es heute noch. Ähnliche Themen könnten übrigens in den nächsten Tagen erneut hier auftauchen. Auf Disney+ könnt Ihr Euch von der Qualität des Films überzeugen!

 

Robin Hood (Robin of Sherwood) 1983

Am heutigen vierten Dezember und zweiten Advent möchte ich Euch erstmals eine Serie vorstellen.„Robin of Sherwood“ (bei uns schlicht „Robin Hood“) wurde von 1983 bis 1985 für das britische Fernsehen gedreht und lief ab 1984 auch bei uns im ZDF. Ich habe sie dann 1986/87 erstmals gesehen.

Wohl keine andere Serie hat mich und meinen weiteren Lebensweg damals mehr beeinflusst. Die recht authentische Darstellung des mittelalterlichen Lebens war etwas völlig neues, und der sarazenische Gefährte (Nasir, mit zwei Schwertern, mein Favorit!) an Robins Seite wurde später in der Verfilmung mit Kevin Coster wieder aufgegriffen. Der markante Soundtrack stammt von der Folkband Clannad. In den ersten beiden Staffeln spielte Michael Praed den Anführer der Gesetzlosen, in der dritten Staffel übernahm dann Jason Connery, der Sohn von Sean Connery.

Ohne „Robin Hood“ wäre ich wohl nie in der Mittelalterszene aktiv geworden und hätte sicher auch kein Geschichtsstudium begonnen. Folgerichtig war meine erste Darstellung im Reenactment auch ein – Normanne!

Für mich handelt es sich um die definitive Verfilmung des berühmten Stoffes! Die Serie kann auf Amazon Prime gestreamt werden.

 

Der entführte Prinz (1983)

Den Film, den ich mir für den heutigen fünften Dezember ausgesucht habe, werden sicher die wenigsten von Euch kennen. „Der entführte Prinz“ ist ein DDR-Märchenfilm mit einer fast schon surrealistischen Handlung. Als ein Mädchen im Fernsehen (!!!) von der Entführung eines Prinzen erfährt, macht sie sich spontan zu dessen Rettung auf und erlebt dabei seltsame Abenteuer.

Meine eigene Geschichte mit dem Film ist fast ebenso seltsam. Ich muss noch sehr jung gewesen sein, als ich ihn gesehen habe, auf jeden Fall hatte ich nur eine bruchstückhafte Erinnerung an ihn. Dennoch ging mir die Story mit dem Mädchen und der Riesin nie aus dem Kopf. Ein Element, welches ich immer in Erinnerung hatte, war die Milchsuppe, zu deren Verzehr der Prinz stets gezwungen wurde. Immer wieder habe ich daher in den letzten Jahren auf gut Glück danach gegoogelt, bis ich eines Tages fündig wurde.

Die Erstausstrahlung im DDR-Fernsehen fand laut Filmdienst am 31.12.1983 statt. Ich war da gerade einmal knapp fünf Jahre alt, kann mir also nicht wirklich vorstellen, ihn zu diesem Zeitpunkt gesehen zu haben. Andererseits spricht dafür, dass ich mich eben nur ganz verschwommen daran erinnern konnte.

Der Film ist leider auf keinem Streamingportal erhältlich, kann jedoch käuflich auf DVD erworben werden (zusammen mit zwei anderen DDR-Kinderfilmen, siehe Foto).

 

Reise in die Urzeit/Urwelt (Cesta do praveku) 1955

Heute ist Nikolaustag, daher an dieser Stelle ein für mich ganz besonderer Film. Ich habe bereits an anderer Stelle ein ähnliches Posting dazu gemacht, bitte entschuldigt die Dopplung.

Am Samstag, dem 26.11.1988, wurde um 14 Uhr Karel Zemans Film „Reise in die Urzeit“ im Rahmen der „Flimmerstunde“ im DDR-Fernsehen ausgestrahlt. Er handelt von einer Gruppe Jungs, die mit einem Boot zurück in der Zeit reisen und dabei den unterschiedlichsten vorzeitlichen Kreaturen begegnen. Die Spezialeffekte sind gemessen an ihrem Alter fantastisch.

Der Film war seinerzeit lange vor „Jurassic Park“ ein wichtiger Baustein meiner Faszination und Begeisterung für Dinosaurier, man könnte ihn fast als Initialzündung bezeichnen.

Dank der online verfügbaren Ausgabe 48/1988 der einzigen Fernsehzeitschrift des Ostens „FF dabei“ habe ich das genaue Sendedatum nachvollziehen können. Das Bild hatte ich seinerzeit natürlich ausgeschnitten und mehrfach abgepaust.

Der Film kann bei Amazon Prime gestreamt werden und ist auch auf YouTube zu sehen.

 

Der elektrische Reiter (The Electric Horseman) 1979

Das siebte Türchen ist meiner Frau gewidmet, die heute Geburtstag hat. Darum geht es dieses Mal auch um Pferde.

„Der elektrische Reiter“ mit Robert Redford und Jane Fonda in den Hauptrollen erschien in meinem Geburtsjahr 1979. Redford spielt einen abgehalfterten Rodeo-Reiter, der seine beste Zeit lange hinter sich hat. Um den Hengst zu retten, mit dem er gerade auf Tour ist, und der mit Medikamenten vollgepumpt wird, flüchtet er mit dem Pferd in die Wüste. Ein Hauch von Wehmut und Abgesang auf die großen Westernmythen umgibt den Film. Ich war als Kind total fasziniert von ihm.

Die Ausstrahlung fand am 27.05.1985 im DDR-Fernsehen statt, vermutlich habe ich ihn da auch gesehen. Leider ist der Film auf keinem Streaming-Portal zu finden.

 

Wenn der Wind weht (When the Wind Blows) 1986

Heute gibt es erstmals einen Zeichentrickfilm. „Wenn der Wind weht“ ist allerdings kein Kinderkram. Es wird die Geschichte eines älteren Ehepaares nach dem Abwurf einer Atombombe erzählt. Der Film wurde am 23.12.1988 auf ARD ausgestrahlt und hat mich seinerzeit zutiefst erschüttert. Die Ehefrau Hilda wird in der deutschen Fassung von Brigitte Mira gesprochen. Er ist bei Amazon als Stream erhältlich.

 

Entscheidung in Cartagena (Tre giorni a tropici) 1986

In den 1980er Jahren gab es auf ARD ein Format, welches sich „Vorhang auf, Film ab“ nannte. An Freitagnachmittagen wurde ein jeweils ein Spielfilm gezeigt, zusätzlich vorher noch ein paar kürzere (meist) Zeichentrickfilme.

In diesem Rahmen wurden einige durchaus interessante Filme ausgestrahlt. Einer von ihnen war „Entscheidung in Cartagena“ aus dem Jahr 1986 mit Franco Nero in der Hauptrolle. Es handelt sich um einen typischen italienischen Streifen dieser Zeit, ein wenig Abenteuer, ein paar coole Sprüche und nette Musik. Das Sendedatum war der 30.10.1987, und der achtjährige Steffen war begeistert. Der Film ist bei uns unter besonders vielen Namen erschienen („Race to Danger“, „Grüne Hölle von Cartagena“). Der Film kann bei Amazon Prime gestreamt werden, zudem ist er bei YouTube zu finden.

 

Unter dem Dachsfelsen (Pod jezevci skalou) 1978

Der kleine Vašek macht Ferien bei seinem mürrischen Großvater im Böhmerwald. Während seiner ausgedehnten Streifzüge in die Wälder erlebt er zahlreiche Abenteuer. Insgesamt drei Filme erschienen Ende der 1970er Jahre aus dieser Reihe, wobei der erste „Unter dem Dachsfelsen“ der schönste ist. Allesamt bieten sie jedoch sehr sehenswerte Naturaufnahmen.

Ein genaues Datum an dem ich den Film erstmals sah, habe ich leider nicht herausgefunden. Aber es muss irgendwann zwischen 1986 und 1988 im Rahmen der „Flimmerstunde“ gewesen sein, diese lief immer samstags um 14 Uhr. Auf jeden Fall kann ich mich noch erinnern, dass ich sofort nach dem Anschauen am liebsten gleich raus gehen wollte, um ähnlich wie Vašek die Wälder zu durchstreifen. Auch die großen Fahrzeuge der Forstarbeiter hatten es mir angetan. In unserem Schulhort hatten wir ein solches als Spielzeug. Jedoch galt damals das Recht des Stärkeren, weshalb ich selten in den Genuss kam, damit zu spielen. Der Film ist zwar bei keinem Streamingdienst erhältlich, wohl aber auf YouTube.

 

Das Geheimnis des siebten Weges (De Zevensprong) 1982

Nachdem der gestrige Film offenbar nicht so gut bei Euch ankam, gibt es am heutigen dritten Advent wieder einmal eine Serie.

Am 19.03.1987 wurde auf ARD die erste Folge der niederländischen TV-Serie „Das Geheimnis des siebten Weges“ ausgestrahlt. Und ich war sofort in ihren Bann gezogen.

Erzählt wird die Geschichte eines Lehrers, der zusammen mit seiner Schulklasse das Rätsel um ein geheimnisvolles Schloss und einen dort versteckten Schatz lüften will. Ich weiß nicht, was es genau war, das mich so faszinierte, aber ich war auf jeden Fall vollkommen begeistert und fieberte mit Spannung der jeweils nächsten Folge entgegen. Vielleicht war es die kindliche Faszination an Geheimgängen und Detektivspielen.

2007 erschien die Serie endlich auf DVD und ich habe sie mit natürlich umgehend besorgt. Und was soll ich sagen, die Faszination war sofort wieder da. Auf Amazon kann sie übrigens gestreamt werden.

 

Der einsame Puma (Charlie the lonesome Cougar) 1968 / Lefty der Luchs (Lefty the dingaling Lynx) 1971

Am heutigen 12. Dezember kann ich Euch erstmals keine DVD oder Blu-ray zeigen, da es schlicht keine gibt, was ich sehr schade finde.

Ebenfalls eine Premiere: dieses Mal sind es gleich zwei Filme, was aber in Ordnung ist, da sie sich thematisch stark ähneln.

„Der einsame Puma“und „Lefty der Luchs“ sind Disney-Produktionen aus einer Zeit, in der die Firma einen hohen Output an Tierfilmen hatte. Bei beiden geht es jeweils um ein Raubkatzenbaby, das von Menschen groß gezogen und später ausgewildert wird. Die Filme ähneln sich auch stark in ihrer Machart, da die Handlung jeweils durch einen Erzähler vermittelt wird.

Ich hatte als Kind (und habe heute noch) ein starkes Faible für in Nordamerika spielende Naturfilme, das ist Euch sicher in den letzten Tagen schon aufgefallen. Und hier reihen sich beide Streifen nahtlos ein. Die Ausstrahlung fand am 08.10.1989 und am 14.01.1990 auf DDR2 statt, es waren jeweils Sonntage und ich meine, beide bei meiner Oma angeschaut zu haben. Leider sind die Filme auf keinem Streamingportal erhältlich.

 

Insel am Ende der Welt (The Island at the Top of the World) 1974

Wir haben nun mehr als die Hälfte geschafft! Ganz in der Tradition der alten Abenteuerfilme der 50er und frühen 60er sieht sich wohl diese Disney-Produktion aus dem Jahr 1974: „Insel am Ende der Welt“. Nicht umsonst erinnert die Story an die Romane von Jules Verne.

Mit einer Luftschiff-Expedition in die Arktis will ein Mann seinen verschollenen Sohn finden und stößt dort auf ein vergessenes Land.

Der Film ist wunderbar steampunkig und weist in der Tat eine gewisse Ähnlichkeit zu „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ auf, den wir ja vor einigen Tagen auch schon hier zu Gast hatten. Und genau das war es, was mich seinerzeit so begeisterte. Leider kann ich das genaue Datum der Ausstrahlung nicht mehr nachvollziehen, aber es muss Ende der 80er gewesen sein, wie so oft war ich zu diesem Zeitpunkt bei meiner Oma. „Insel am Ende der Welt“ kann bei Disney+ angeschaut werden.

 

Romulus und Remus (Romolo e Remo) 1961

Heute stelle ich Euch wieder einmal einen Film vor, über welchen ich erst kürzlich etwas gepostet hatte. Das lässt sich jedoch nicht vermeiden, da er sehr wichtig für mich war. Am 25.08.1989 lief der 1961 entstandene Sandalenfilm „Romulus und Remus“ von Sergio Corbucci im DDR-Fernsehen. Er hat mich seinerzeit nachhaltig beeindruckt. Erzählt wird die (auf einer Legende basierende) Geschichte der Gründung Roms durch zwei Brüder.

Der Film geht mir schon seit Jahren im Kopf herum, weil es noch irgend etwas gibt, das mich damals besonders mit ihm verbunden hatte. Aber es fällt mir nicht mehr ein. Vielleicht hatte ich für die Schule mal einen Vortrag darüber gehalten, vielleicht habe ich (wie so oft) ausführliche Notizen dazu gemacht, ich weiß es leider nicht mehr. Immer wenn ich „Romulus und Remus“ höre, bilde ich mir ein, dass ich kurz vor des Rätsels Lösung bin. Aber leider bisher ohne Erfolg.

Eine erneute Sichtung auf DVD vor einiger Zeit brachte mich zu der Erkenntnis: Ich mag den Film nach wie vor! Auf Netflix kann man ihn übrigens streamen. Das zweite Bild ist ein Zeitungsausschnitt aus der „FF Dabei“.

 

Baby – Das Geheimnis einer verlorenen Legende (Baby – Secret of the Lost Legend) 1985

Heute wird es wieder einmal Zeit für einen Dino-Film. Vor „Jurassic Park“ gab es nur zwei Spielfilme mit den Urzeitechsen für mich. Einen habt Ihr bereits kennengelernt, hier ist nun der andere.

„Baby – das Geheimnis einer verlorenen Legende“ erzählt uns die Geschichte von zwei Brontosauriern, die im Afrika der heutigen Zeit entdeckt werden. Kein Wunder, dass sich alsbald profitgierige Jäger auf ihre Spur machen. Das Ganze ist für die damalige Zeit recht ordentlich getrickst.

Ich habe den Film ungefähr 1989 gesehen, vermutlich im Rahmen des ZDF-Wunschfilms. Leider war das bisher meine einzige Sichtung. Ich erinnere mich aber gern daran zurück.

Auf DVD ist der Film nur zu horrenden Preisen erhältlich und leider auch auf keinem Streamingdienst vorhanden.

 

Die glorreichen Sieben (The Magnificent Seven) 1960

Am 14.01.1989, es war ein Samstag, lief um 20:15 Uhr auf ZDF John Sturges’ Western „Die glorreichen Sieben“ aus dem Jahr 1960. Mein Papa hatte mich schon vorab darauf eingestellt, wie toll der Film ist. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Yul Brynner spielt den Anführer einer Gruppe von Outlaws und Glücksspielern, die ein mexikanisches Dorf gegen eine Banditengruppe verteidigen. Klingt vertraut? Nicht verwunderlich, handelt es sich doch um ein Remake von Kurosawas „Die sieben Samurai“.

Der Film hat noch lange Zeit in mir nachgewirkt und mich seinerzeit sogar dazu veranlasst, eine Zusammenfassung der Handlung auf Kassette aufzusprechen, stilecht mit dem Gezwitscher meines Wellensittichs im Hintergrund.

Die Titelmelodie von Elmer Bernstein ist ein wahrer Klassiker und geht nicht mehr aus dem Ohr, die Handlung mit der Einführung der Charaktere und dem sorgsam aufgebauten Spannungsbogen bis hin zum Finale ist absolut fesselnd. Auf Amazon und Sky kann „Die glorreichen Sieben“ gestreamt werden.

 

Feriengewitter (1989)

In einer Woche ist Heiligabend, so langsam biegen wir in die Zielgerade ein. Ich möchte Euch heute deshalb noch einmal einen Kinderfilm der DDR vorstellen.

„Feriengewitter“ erzählt die Geschichte eines Jungen, der mit seinen Eltern in den Urlaub fährt. Was er nicht weiß ist dass sie sich scheiden lassen wollen. Mangels einer Unterkunft verbringen sie die erste Nacht im Auto. Was dann alles noch so passiert, tja schaut es Euch an!

Der Film lief am 14.03.1989 im DDR-Fernsehen. Was mich an ihm so gereizt hat? Es waren hauptsächlich die Ähnlichkeiten zu meiner eigenen Situation. Also glücklicherweise nicht in Bezug auf die Scheidung der Eltern. Aber dahingehend, dass wir im Jahr zuvor ebenfalls in einen Urlaub aufgebrochen waren, ohne eine Unterkunft zu haben. Das war nämlich in der DDR keine Selbstverständlichkeit. Wir mussten jedoch nicht im Wagen schlafen, sondern haben in letzter Minute noch ein privates Zimmer ergattert. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich hatte „Feriengewitter“ lange Zeit vergessen. Aber irgendwie wusste ich, es gab einmal einen Film, in dessen Handlungsverlauf sich Kinder in ein Haus schleichen, weil der dort lebende alte Mann angeblich die Mumie seiner verstorbenen Frau dort aufbewahrt. Wie dem auch sei, irgendwann hatte ich auch diese Suche erfolgreich beendet.

Ob das mit der Mumie stimmt, könnt Ihr auf Amazon Prime überprüfen.

 

Die dreibeinigen Herrscher (The Tripods) 1984

Heute ist bereits die vierte Advent, daher werdet Ihr zum letzten Mal einer Serie begegnen. Großbritannien scheint diesbezüglich in den 1980ern einen hohen Output an gutem Material gehabt zu haben. So zeigt uns „Die dreibeinigen Herrscher“ die Welt in einer dystopischen Zukunft, in der die Menschheit mittels riesiger dreibeiniger Maschinen von Außerirdischen beherrscht wird.

Ich war als Kind gleichermaßen fasziniert wie verängstigt, als ich die Serie 1988 zum ersten Mal sah. Die Dreibeiner verfolgten mich fast bis in meine Träume und in der Schule zeichnete ich sie in meine Hefte.

Zwanzig Jahre später habe ich die Serie einer erneuten Sichtung unterzogen, sie hatte nichts von ihrer Faszination verloren. Sie kann leider momentan nirgendwo gestreamt werden, ist aber auf DVD erhältlich.

 

Ein ausgekochtes Schlitzohr (Smokey and the Bandit) 1977

Das Jahr 1977 hat nicht nur den ersten Film der „Star-Wars“-Saga hervorgebracht, sondern auch Hal Needhams „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ mit Burt Reynolds in einer Paraderolle. Trucker Bandit und sein Kumpel Schneemann sollen aufgrund einer Wette einen Lastwagen voller Bier quer durchs Land schmuggeln. Dabei kommt es zu einigen Konfrontationen mit der Polizei und natürlich zu jeder Menge Blechschäden.

Der Film bietet alles, was das Herz eines zehnjährigen Jungen begehrt. Daher war ich 1989 bei meiner Erstsichtung natürlich hellauf begeistert. Den coolen Country-Soundtrack, für den Schneemann-Darsteller Jerry Reed verantwortlich ist, habe ich seinerzeit per Audiokabel auf Kassette aufgenommen und immer wieder angehört.

„Ein ausgekochtes Schlitzohr“ ist auf diversen Streamingdiensten zu sehen.  Wenn ich den Titelsong höre, bekomme ich direkt wieder Lust auf den Film.

 

Spaceballs (1987)

Es ist nun bereits der 20. Dezember. Ich habe lange überlegt, ob ich den heutigen Film in meine Reihe aufnehme. Und mich letztlich dafür entschieden. Warum die Zweifel? Mel Brooks‘ „Spaceballs“ lief am 25.05.1990 auf ARD und kam damit fast ein wenig spät für das von mir aufgestellte Regelwerk. Warum er dennoch hier auftaucht? Der Streifen bedeutete eine meiner ersten Begegnungen mit der Popkultur, noch bevor ich mit Star Wars oder Star Trek in Berührung kam. 1990, ein halbes Jahr nach Öffnung der Grenze, rollte die Welle langsam aber stetig auf mich zu, und hier hatten wir so etwas wie einen Vorboten. Ich lernte also Lord Helmchen kennen, noch bevor ich Darth Vader begegnete.

Auch heute noch bereitet mir die Parodie auf Science-Fiction-Filme viel Spaß. Auf Amazon Prime kann sie gestreamt werden.

 

Durchs wilde Kurdistan (1965)

Auch wenn die Karl-May-Verfilmungen der 1960er Jahre mittlerweile ein wenig in die Kritik geraten sind, gehören sie für mich doch fest zur Prägung meiner Kindheit dazu. Der mir wohl am meisten im Gedächtnis gebliebene Film ist diesbezüglich „Durchs wilde Kurdistan“ aus dem Jahr 1965.

Warum ist das so? Die Orient-Verfilmungen von May standen für mich immer etwas über Winnetou und Konsorten. Zudem liebe ich die Musik, die zur Abwechslung einmal nicht von Martin Böttcher, sondern von Raimund Rosenberger ist. Schlussendlich habe ich „Durchs wilde Kurdistan“ wohl von allen diesen Filmen am häufigsten gesehen. Mit ihm verbinde ich gemütliche Weihnachtstage, an denen man nach dem Mittagessen mit Papa vor dem Fernseher saß. Folgerichtig fand meine (bewusste) Erstsichtung wahrscheinlich am 26.12.1988 im DDR-Fernsehen statt. Der Film kann bei Amazon Prime gestreamt werden.

 

Die Zeitmaschine (The Time Machine) 1960

Ein Wissenschaftler reist mittels eines selbst erfundenen Apparats ins Jahr 802701. Dort begegnet er zwei menschlichen Rassen: den friedlichen Eloi und den grausamen Morlocks.  Letztere haben mir als Kind den einen oder anderen Alptraum beschert. Begegnet bin ich ihnen entweder 1988 oder 1989 in George Pals „Die Zeitmaschine“. Trotz der erschreckenden Kreaturen war (und bin) ich hellauf begeistert von dieser Verfilmung des gleichnamigen Romans von H.G. Wells. Die liebevollen viktorianischen Designs und die fast schon poetische Atmosphäre sorgen für ein äußerst stimmungsvolles Gesamtbild.

Ich schaue den Film jährlich zu Silvester an, da seine Handlung (in der Gegenwart) auch um den Jahreswechsel von 1899 auf 1900 herum angesiedelt ist. Auf Amazon Prime kann „Die Zeitmaschine“ gestreamt werden.

 

20.000 Meilen unter dem Meer (20.000 Leagues under the Sea) 1954

Morgen ist Heiligabend, daher heute nun der vorletzte Film unseres kleinen filmischen Adventskalenders. „20.000 Meilen unter dem Meer“ aus dem Jahr 1954 ist ein Abenteuerfilm aus den Disney-Studios und Adaption des gleichnamigen Romans von Jules Verne. Falls es Euch aufgefallen ist: es ist nicht der erste Film dieser Machart in meiner Liste. Er enthält einfach alles, was mich seinerzeit fasziniert hat: Ein rätselhaftes Monster, eine Expedition, ein geheimnisvolles Land.

In welchem Jahr ich den Film erstmals gesehen habe, kann ich leider nicht mehr nachvollziehen. Aber es muss irgendwann zwischen 1987 und 1989 gewesen sein. Woran ich mich hingegen erinnern kann: ich wurde durch den Film zum regelrechten U-Boot-Fan, und habe die Nautilus immer wieder gezeichnet. „20.000 Meilen unter dem Meer“ ist auf Disney+ enthalten und kann auch bei Amazon Prime gestreamt werden.

 

Die rechte und die linke Hand des Teufels (Lo chiamavano Trinitá) 1970

Heute ist Heiligabend und gleichzeitig das große Finale meines Adventskalender-Projekts 2022. Es freut mich sehr, dass die Idee bei Euch so viel Anklang fand. Ihr hattet somit Teil an meiner filmischen Sozialisierung in den 1980er Jahren, in denen ja aufgrund der Zweistaaten-Situation alles noch ein wenig anders lief.

Ich habe sehr lange überlegt, welchen Film ich heute präsentieren möchte, welcher Film für mich in dieser Zeit die größte Bedeutung hatte und noch bis heute hat. Letztlich kam hier für mich nur eines der gemeinsamen Projekte von Bud Spencer und Terence Hill in Frage. Und welcher Film, wenn nicht „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, hätte diese Ehre wohl verdient?

Dieser erste richtige „Spaßwestern“ mit den beiden von Enzo Barboni aus dem Jahr 1970 lief einen Tag nach meinem Geburtstag am 04.02.1989 im DDR-Fernsehen. Bud und Terence stellten für das Regime kein allzu großes Problem dar. Da es bei den beiden ja oft darum ging, es „denen da oben“ mal so richtig zu zeigen, passte dies durchaus in die Propaganda-Pläne der DDR. Warum mir der Sendetermin noch so genau in Erinnerung ist? Die „FF Dabei“ macht(e) es möglich! Diese (einzige) TV-Zeitschrift des Ostens war damals die Quelle meines Wissens und ist heute die Quelle meiner Erinnerungen.

Natürlich fanden in dieser nur die DDR-eigenen Sender Erwähnung. Auf die Ausgabe von Anfang Februar war ich verständlicherweise besonders scharf. Die Abbildung von Bud, auf welcher er dem Gangster Emiliano eine Pistole ins Nasenloch steckt, habe ich sogar ausgeschnitten und mir mittels einer Sicherheitsnadel und etwas Pappe einen Ansteckbutton daraus gebastelt (wir waren sehr kreativ damals).

Zum Film selbst: Natürlich ist mir die ikonische Szene mit den Bohnen am Anfang hängen geblieben und animiert mich sogar heute nach ab und an dazu, mir Bohnen in einer Pfanne zuzubereiten und diese mit einem Holzlöffel zu verschlingen während gleichzeitig ich den Film anschaue. Die gepfiffene Titelmelodie von Franco Micalizzi ist ein absoluter Ohrwurm und für mich neben den Werken Ennio Morricones DER Western-Soundtrack schlechthin. Und was die Story betrifft: Mir gefällt die Geschichte mit den Siedlern, welche beschützt werden müssen. Sie erinnert ein wenig an „Die glorreichen Sieben“, die uns ja vor einigen Tagen hier auch schon begegnet sind. Das kontinuierliche Hinarbeiten auf die große Konfrontation am Ende erzeugt eine gewisse Spannung und Vorfreude. Ich habe diese Keilerei damals mittels eines Audiokabels auf Kassette aufgenommen und dann quasi täglich wieder aufs Neue angehört.

Ich mag den Film auch etwas lieber als seinen Nachfolger „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (im DDR-Fernsehen „Der kleine und der müde Joe“). Dieser ist mir nämlich zu episodenhaft aufgebaut, es fehlt mir ein wenig der rote Faden. Außerdem sind Bud und Terence, die ja gerade ihre Italowestern-Phase hinter sich gebracht hatten, im ersten Film noch ein wenig rotziger unterwegs.

 

So, das war ein etwas längerer Text, der in Teilen schon einmal auf Retrokram erschienen ist, in meiner persönlichen Erinnerung an Bud und Terence. Gestreamt werden kann der Film bei diversen Anbietern, unter anderem auf Amazon Prime.

Bleibt mir noch zu sagen, dass mir der Adventskalender großen Spaß bereitet hat, ich hoffe Euch ebenso. Falls ja, lasst gern ein Feedback da.

Zum Schluss noch eine Liste der Filme und Serien, welche es aus unterschiedlichen Gründen nicht in die Liste geschafft haben, die jedoch allesamt nicht weniger sehenswert sind:

  • „Spartacus“ (1960)
  • „Alboin, König der Langobarden“ (1961)
  • „Die 5 Vogelfreien“ (1968)
  • „Unternehmen Delta 3“ (1979)
  • „Zwiebel-Jack räumt auf“ (1975)
  • „Trans Amerika Express“ (1976)
  • „Harry Tracy – der letzte Desperado“ (1982)
  • „Critters“ (1986)
  • „King Kong“ (1976)
  • „Zurück in die Zukunft“ (1985)
  • „Walhalla – das Land der Götter“ (1986)
  • „Condorman“ (1981)
  • „Die Abenteuer der Familie Robinson in der Wildnis“ (1975)
  • „Fröhliche Weihnachten“ (1983)
  • „Im Reich der wilden Tiere“ (1963)
  • „Ein Colt für alle Fälle“ (1981)
  • „Das A-Team“ (1983)
  • „Frankensteins Tante“ (1986)
  • „Der kleine Vampir“ (1986)

Über Steffen Anton

Schreibt für die awesome Return und ist wohl das einzige Barney Stinson Double in Deutschland. Befüllt nun langsam seinen Retrochannel Nerdstuff & Nostalgia und hat ein sexy Monkey Island Tattoo.

Schau mal hier

Meine Batman-Story und eine Lüge, die endlich aufgedeckt wird

Der erste große Hollywood-Blockbuster, mit dem ich nach der Öffnung der Grenzen 1989 konfrontiert wurde, war Tim Burton's „Batman“ mit Michael Keaton. Praktisch an jeder Ecke sah man sich mit dem schwarz-goldenen Logo konfrontiert. Mir war der Superheld aus dem Hause DC bis dato nur von dem Film „Batman hält die Welt in Atem“ bekannt, der irgendwann mal im ZDF gelaufen war.

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